Bäcker-Innung Ahaus lädt zur Brotprüfung ein

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SCHÖPPINGNEN/KREIS . Karl-Ernst Schmalz drückt vorsichtig mit dem Daumen der rechten Hand auf die Mitte der Brotscheibe. Der Tester gewinnt so einen Eindruck der Qualität des zu bewertenden Brotes. Noch bis zum heutigen Freitag können Interessierte in der Schöppinger Volksbank während der Öffnungszeiten dem Fachmann zuschauen. Die Bäcker-Innung Ahaus lädt die Verbraucher zu einer öffentlichen Qualitätsprüfung ein.

Das deutsche Brot soll Weltkulturerbe werden, so Schmalz. Die Vielfalt sei auf jeden Fall schon einzigartig. „Ich habe heute Morgen noch einmal im Internet nachgeschaut. Es gibt 3256 Brotsorten in Deutschland“, sagte Schöppingens Bürgermeister Josef Niehoff am Dienstag bei der Eröffnung. „Das sind aber nur die Sorten, die die Bäcker angegeben haben. Somit dürfte es noch viel mehr geben“, ergänzte Brotprüfer Schmalz.

Regionale Unterschiede

Doch was macht ein gutes Brot aus? Geschmacklich gibt es regionale Unterschiede. „Was im Süden gerne gegessen wird, wäre hier im Münsterland schon zu sauer“, gab Karl-Ernst Schmalz ein Beispiel. Grundsätzlich, so der Experte, werden in Süddeutschland mehr Weizen-, in Norddeutschland mehr Roggenbrote gegessen.

Ein solches Roggenbrot stellt Stefan Lammerding zur Probe vor. Sein Eggeroder Steinofenbrot hat einen 70-prozentigen Roggen- und 30-prozentigen Dinkelanteil. Insgesamt will Lammerding fünf Brote bewerten lassen. Sein Schöppinger Kollege Josef Ebbinghoff lässt sogar acht Sorten, darunter sein Münsterländer Quarkbrot sowie das Rosinen- und Goldkornbrot, prüfen.

Trend zu Körnern

„Der Trend geht hin in den Körnerbereich“, kennt Ebbinghoff den Geschmack seiner Kundschaft. Auch Lammerding hat die Entwicklung „zum gesundheitsbewussten Brot“ festgestellt. Derzeit angesagt seien Brote mit einem Anteil an Chia-Samen. „Die sind reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren“, erklärt er. Trends kommen und gehen. Das weiß auch Ebbinghoff: „Vor ein paar Jahren sollten die Brote wenig Kohlenhydrate und dafür mehr Eiweiß haben.“ Die Bäckermeister richten sich ganz nach dem Geschmackswunsch der Kunden und kreieren deshalb auch immer wieder neue Sorten.

160 Brotsorten haben die Bäcker der Innung für die öffentliche Probe angemeldet. „Das erfordert viel Konzentration“, weiß Schmalz aus Erfahrung. 50 bis 60 Brote bewertet der Experte pro Tag. Da muss er oft genug seinen Daumen auf die Brotscheiben drücken.

Quelle: Münsterland Zeitung von Rupert Joemann