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Das Raumausstatter-Handwerk

Der Beruf des Raumausstatters ist seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Früher – auch Tapezierer genannt – erlangte der Beruf am französischen Königshof große Bedeutung. Hier wurden Räume mit wertvollen Teppichen und Bespannungen an den Wänden ausgestattet und auch gepolsterte Möbel hergestellt. Aus der Möbelpolsterung folgte später auch der Beruf Polsterer und Dekorateur.

Mit Erneuerung der Handwerksordnung wird der Beruf seit Mitte der 60er Jahre offiziell als Raumausstatter bezeichnet. Ein eng verwandter Beruf ist auch der Sattler, der für die Dekoration der Räume mit Leder arbeitete.

Räume innen gestalten – das ist die Aufgabe von Raumausstattern und Raumausstatterinnen. Dabei berücksichtigen sie die jeweiligen Kundenwünsche.

Haben Sie sich an Ihrer Wohnung satt gesehen? Würden Sie gerne etwas verändern, wissen vielleicht aber nicht so recht was und wie? Lassen Sie sich doch von Ihrem Raumausstatter fachkundig beraten. Egal ob Sie an eine klassisch-dezente, eine rustikale, moderne oder gar an eine ausgefallen-avantgardistische Atmosphäre Ihres Heims denken: Wir helfen Ihnen bei der stilgerechten Umsetzung Ihrer Ideen.

Vom Bespannen der Wände und diversen Verlegungstechniken für unterschiedlichste Bodenbeläge über das Anfertigen und Anbringen von Gardinen, Vorhängen und Rollos bis hin zur Herstellung und Umarbeitung von Polstermöbeln: Der Raumausstatter beherrscht jedes dieser Gebiete handwerklich perfekt. Außerdem ist er durch Erfahrung und Ausbildung ein Spezialist für Farb- und Formharmonie. Auch in Fragen der Pflege bestimmter Materialien kann er Sie qualifiziert beraten.

Die Raumausstatter-Innung erstreckt sich über den gesamten Kreis Borken. Seit 2005 ist sie mit den Schneidern und Schuhmachern fusioniert.

Das Schneider-Handwerk

Kleidung als eines der Grundbedürfnisse des Menschen, wurde bis zum 12. Jahrhundert meist in Klöstern oder von der Familie selbst hergestellt, daher kam der Beruf des Schneiders erst Mitte des 12. Jahrhunderts auf. In Frankreich unterschied man zu dieser Zeit die Berufe Schneider und Näher. Der französische Schneider war im Unterschied zum Kleidermacher nicht in einer Zunft organisiert und hatte daher weniger Ansehen und Aufträge.

Die Aufgabe des Schneiders ist von Alters her, bestimmte Stoffkomponenten zuzuschneiden und zusammenzufügen. Nadel, Faden und Schere sind daher die typischen Arbeitswerkzeuge dieser Zunft. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Aufkommen von Nähmaschinen ab ca. 1830 wurden diese aber überwiegend abgelöst und nur noch vereinzelt in Gebrauch.

Als Ausbildungsberufe wurde zwischen Damenschneider/in und Herrenschneider/in unterschieden, je nachdem, für welches Geschlecht bevorzugt Kleidung hergestellt werden sollte, der hauptsächliche Unterschied lag im Zuschnitt der Kleidungsstücke, nach im 19. Jahrhundert entwickelten Schnittsystemen bei Herrenschneidern, die eine genaue Passform und einen korrekten Sitz ergaben, während die Damenschneiderei eher „modellierte“ Kleidungsstücke bevorzugte, die mit Falten, Weite und Stoffzügen arbeiteten um bevorzugt „schöne“ Effekte zu erzielen.

Der Damenschneiderberuf ist relativ neu und hat sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts als eigenständiges Handwerk etabliert.

Die Innung für das Bekleidungshandwerk erstreckt sich über den gesamten Kreis Borken. Seit 2005 ist sie mit den Raumausstattern und Schuhmachern fusioniert.

Das Schuhmacher-Handwerk

Der Beruf des Schuhmachers hat eine sehr alte Geschichte, die schon etwa 500 vor Christus entstanden ist und sich durch die Römer weitestgehend vom Berufszweig des „Sandalenmacher“ abgehoben und weiter herauskristallisiert hat.

Neben diesen beiden damaligen, neues Schuhwerk produzierenden Handwerkern (heute im weitesten Sinn vergleichbar den Maßschuhmachern und Orthopädieschuhmachern), gab es noch die Flickschuster, deren Aufgabe die Ausbesserung getragener Schuhe war und die Altmacher, die abgetragene Schuhe aufkauften, ausbesserten und wieder verkauften. Diese Tätigkeit ist damals wie heute von allen Schustertätigkeiten die verbreitetste.

Ein verwandtes Handwerk, das gerade im Kreis Borken noch bis in die 60er Jahre weit verbreitet war, war das Holzschuhmacher-Handwerk. Holzschuhe gehörten bis zu dieser Zeit zur alltäglichen Fußbekleidung, wird aber heute auch noch für die Garten- und Feldarbeit vielerorts getragen.

Der Orthopädieschuhmacher ist ein Spezialberuf, der ganz auf den individuellen Kunden zugeschnittene und aufgrund einer medizinischen Verordnung angepasste Schuhe herstellt.

Das ehemals viele Beschäftigte aufweisende Handwerk (alle Schuhe wurden früher manuell gefertigt) ging mit der Einführung der maschinellen Schuhproduktion Ende des 19. Jahrhunderts stark zurück. Die Herstellung handgearbeiteter Schuhe ist selten geworden. Schuhmacher, die in Handwerksbetrieben regelmäßig Schuhe herstellen, setzen sich häufig mit der bisher nicht geschützten Bezeichnung „Maßschuhmacher“ von ihren in Reparaturbetrieben tätigen Berufskollegen ab.

Die heutige Schuhmacher-Innung erstreckt sich über den gesamten Kreis Borken. Seit 2005 ist sie mit den Raumausstattern und Schneidern fusioniert.

Der Schutzpatron der Schuhmacher und Gerber ist der Heilige Crispinus, dem ein offizieller Feiertag am 25. Oktober zugedacht wurde.