
Der Beruf des/der
Dachdecker/-in hat längst nicht mehr allein mit dem traditionellen Berufsfeld zu tun – es sind in den vergangenen Jahren eine Menge interessante Arbeitsfelder hinzu gekommen. Und es mag zwar paradox klingen, aber vielfach beginnt die Arbeit des Dachdeckers im Keller!
Persönliche Voraussetzungen:
Der zukünftige Dachdecker sollte solide Mathematik-Kenntnisse besitzen, Sinn für Formen und Linienführung haben, schwindelfrei sein und über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Aufgaben und Tätigkeitsmerkmale: Die rasante Weiterentwicklung auf dem Bausektor brachte dem Dachdecker immer neue Arbeitsfelder mit einer Vielzahl von Anwendungstechniken. In seinem Beruf verbindet er traditionelle Arbeitstechniken mit den neuesten Erkenntnissen der Bauphysik und Werkstoffkunde. Er deckt Schiefer-, Ziegel-, Papp-, Kupfer-, Stroh- und Schindeldächer, verschönert Fassaden mit Hilfe von oft sehr anspruchsvollen Schieferdeckungen, führt Wandverkleidungen mit Holzschindeln und Dachziegeln aus.
Mit Einführung des Flachdachs musste sich der Dachdecker mit Begriffen wie Bauphysik, Wasserdampfdiffusion, Dampfdruckausgleichsschicht, Wärmedämmung, Dampfsperre, Taupunkt und Grenzflächentemperatur beschäftigen.
Hinzu kamen die neuen Produkte der Zulieferindustrie und die Entwicklung der chemischen Werke auf dem Kunststoffsektor. Die Arbeit des Dachdeckers beginnt aber bereits im Keller, wo er das Gebäude gegen Feuchtigkeit und Grundwasser abdichtet.
Der Dachdecker gibt außerdem fachlichen Rat für wärmedämmende und energiesparende Maßnahmen und montiert auch Blitzschutzanlagen. Er arbeitet im Team mit seinen Kollegen zusammen und steht im direkten Kontakt mit Bauherren und Architekten.
Aus- und Weiterbildung:
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab. Auf Antrag kann bei entsprechenden fachlichen Leistungen und schulischen Voraussetzungen die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Dem Dachdeckergesellen mit Berufspraxis stehen viele Wege offen. Nach drei Jahren praktischer Tätigkeit kann er die Meisterprüfung ablegen, Möglichkeiten zur Prüfungsvorbereitung bieten sowohl die örtlichen Handwerksorganisationen als auch die Bundesfach- und Meisterschule für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik in Mayen und die Landesfachschulen.
Perspektiven:
Der Arbeitsplatz des Dachdeckers ist nicht von den üblichen konjunkturellen Schwankungen in der Baubranche abhängig, denn auch ohne Berücksichtigung der Neubauten wird der Dachdecker für Sanierungs-, Wartungs-, Pflege- und Restaurierungsarbeiten der bestehenden Gebäude benötigt.