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Die Welt aus Holz

Dieser Eintrag wurde geschrieben am 17. März 2011

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Wer glaubt, dass das Tischlerhandwerk nur etwas für „gewöhnliche“ Holzarbeiten sei, der täuscht sich schon lange gewaltig. Der Beruf des Tischlers gehört zwar zu den ältesten Handwerken überhaupt, aber Tischler sind heute nicht nur Hersteller sondern auch Designer. Sie gestalten ihre Produkte nach den Wünschen des Kunden und den Notwendigkeiten des Raumes


www.tischlerei-cluse.de

Vom Facettenreichtum dieser Arbeitswelt konnten sich Christoph Bruns, Hauptge­schäftführer der Kreishandwerkerschaft Borken und Felix Küdde, Obermeister der Tischlerinnung Borken, am 3.2.11 beim Besuch der Tischlerei Cluse in Marbeck über­zeugen.

Da steht sie – die hochmoderne 5-Achs-CNC-Maschine, die es ermöglicht, auch die au­ßergewöhnlichsten Formteile zu erstellen und zu bearbeiten. Immer wieder von neuem fasziniert von den Möglichkeiten der CNC-Bearbeitungstechnik hat Tischlermeister Thomas Cluse eine Vorliebe für „runde“ Objekte und geschwungene Formen entwickelt.

Zu bewundern ist das bei einem Frauentorso aus MDF (mitteldichte Faserplatte). „Das geht nicht per Hand und würde viel zu lange dauern“, kommentiert der Betriebsinhaber Thomas Cluse die erstaunten Blicke, bei denen nicht eindeutig zu erkennen ist, ob die Bewunderung für das filigrane Modell oder die hochmoderne Maschine überwiegt.

Thomas Cluse hat den Betrieb 1996 von seinem Vater Alfred Cluse übernommen. So führt der Tischlermeister den Betrieb, der 1926 gegründet wurde, mittlerweile in 3. Meistergeneration und ist stolz darauf. Die Tischlerei Cluse ist fähig, sehr komplexe Umsetzungen durchzuführen und ist Mitglied der Tischlerinnung Borken.

Handwerkliche Qualität, dafür stehen die Betriebe, die zur Tischlerinnung der Kreis­handwerkerschaft Borken gehören. Die Kreishandwerkerschaft Borken umfasst insge­samt 31 hier ansässige Innungen mit über 2000 Mitgliedern, darunter im Bereich der Tischler die Tischlerinnung Borken (71 Mitglieder), die Tischlerinnung Bocholt (69 Mit­glieder) und die Tischlerinnung Ahaus (123 Mitglieder).  Da trifft der Slogan „Handwerk – Die Wirtschaftsmacht von nebenan“ – den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf.

Handwerk spielt eine zentrale Rolle in der Hausbildung von jungen Menschen. Laut Information des Zentralverbandes des deutschen Handwerks wurden 2008 rund 30 Prozent aller Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen. Wer sich für das Holzgewerbe interessiert, hat vielfältige Möglichkeiten. Vom Bootsbauer über den Holmechaniker, Holzbildhauer, Parkettleger, … Tischler. Eins ist jedoch allen gemeinsam: „Es geht darum, das Beste aus edlen Hölzern sowie anderen natürlichen Materialien herauszuholen“ (Zitat Zentralverband des deutschen Handwerks).

Tischler stellen im Wirtschaftsleben einen bedeutenden Faktor dar. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 8.000 Tischlereien und gegenwärtig befinden sich über 5.000 Lehrlinge auf dem Weg zum Gesellenbrief. Laut aktueller Konjunkturumfrage des Fachverbandes Tischler NRW ist das Geschäftsklima „so gut wie seit fast 20 Jahren nicht mehr“. Der Umsatzzuwachs lag bei den Betrieben im Vergleich zu 2009 im Schnitt bei 5,6 Prozent.

Wie in kaum einem anderen Handwerk repräsentiert das Tischlerhandwerk die Gegensätze Moderne und Hightech contra Tradition. Die Vielfalt ist sozusagen ein Spiegelbild unserer multiplen Gesellschaft. Das Tischlerhandwerk kann in vollem Umfang Kundenwünsche bedienen, ohne Unterschied, ob es sich um herkömmliche Holzarbeiten handelt oder ausgefallene Wünsche erfüllt werden sollen.

Zurück zur Tischlerei Cluse, wo der Blick auf die Weltkugel aus Holz fällt. Dank CNC und 3-D-Technik konnten die Umrisse der Kontinente mit Spitzfräser eingraviert werden. „Ja es stimmt,  wir können mit dieser hochmodernen Technik exklusive und auch sehr ungewöhnliche Kundenwünsche umsetzten“ berichtet Thomas Cluse. Aber auch die Restauration alter Schränke z. B. wird nach wie vor von ihm durchgeführt.

„Das hiesige Tischlerhandwerk ist enorm leistungsfähig“, resümierte Christoph Bruns, der gerne noch länger den interessanten Ausführungen gefolgt wäre. Das konnte auch Felix Küdde nur bestätigen: „Unsere Tischlereien hier vor Ort sind in der Lage, ein breites Spektrum abzudecken. Vielseitigkeit und Individualität, gepaart mit handwerkli­cher Qualität, dafür stehen wir als Tischlerinnung.“


Dieser Eintrag wurde geschrieben am Donnerstag, 17. März 2011

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